Migrationskrise im Mittelmeer

Es fehlt ein Bindeglied

von Redaktion

Heute also mal wieder ein Gipfel. Die Spanier sind dabei, die Italiener, die Franzosen und die Deutschen. Sprechen werden die Staatschefs über die Migrationskrise im Mittelmeer. In manchem – so darf man hoffen – werden sie sich einig werden, in manchem nicht. Und danach – so muss man fürchten – fliegen wohl alle wieder nach Hause und kochen erst einmal weiter ihr eigenes, vor allem innenpolitisch gewürztes Süppchen.

Kein Wunder: Die Krise ist nicht akut, und schließlich haben sie – abgesehen von Italien – alle daheim noch größere offene Baustellen. In Spanien gab es gerade einen für das Land historischen Terroranschlag, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sackt in den Beliebtheitswerten ab, und Angela Merkel hat eine Bundestagswahl vor der Brust. Es zeigt sich die große Schwäche der EU: dass sie am Ende der Zusammenschluss vieler Staaten mit unterschiedlichen Interessen bleibt. Das europäische Jahrhundertproblem Migration lässt sich aber nicht nebenbei lösen – sondern nur mit einem klugen Plan, der konsequent umgesetzt wird. Daran allerdings scheitert die EU bisher kolossal.

Was gerade deshalb so schmerzhaft fehlt, ist ein Bindeglied, der Dreh- und Angelpunkt in der Krise. Es fehlt ein angesehener (ehemaliger) europäischer Spitzenpolitiker mit dem Mandat, sich jeden Tag um genau dieses eine Problem zu kümmern. Es fehlt ein Sonderbeauftragter für die Migrationskrise im Mittelmeer.

Sebastian Horsch

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