Nordkorea

von Redaktion

Washington – Ist Diplomatie noch eine Option? Der jüngste Raketentest Nordkoreas hat widersprüchliche Reaktionen aus dem Weißen Haus hervorgerufen. „Die USA reden seit 25 Jahren mit Nordkorea und lassen sich Geld abpressen“, schrieb US-Präsident Donald Trump am Mittwoch auf Twitter. „Reden ist nicht die Antwort.“ US-Verteidigungsminister James Mattis setzt dagegen weiter auf Gespräche. Er sagte: „Uns gehen niemals die diplomatischen Lösungen aus.“

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Test in einer Sondersitzung einstimmig als „empörend“. Zudem rief das höchste UN-Gremium das diplomatisch isolierte Land auf, konkrete Schritte zu ergreifen, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verringern. Gegen alle Sanktionen hatte Nordkorea am Dienstag eine Rakete über den Norden Japans hinweg Richtung Pazifik gefeuert. Machthaber Kim Jong Un deutete weitere Versuche an.

Kim bestätigte den „erfolgreichen“ Test einer Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12. Er sei „äußerst zufrieden“, berichten Staatsmedien. Der Raketentest „unter simulierten Kriegsbedingungen“ sei eine Antwort auf die Manöver des südkoreanischen und des US-Militärs sowie „ein erster Schritt der Koreanischen Volksarmee im Pazifik und ein bedeutungsvolles Vorspiel, um Guam in Schach zu halten“.

Südkoreas Präsident Moon Jae In und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wollen den Druck auf Pjöngjang auf „ein extremes Maß“ steigern und auf neue Sanktionen des Weltsicherheitsrats gegen Nordkorea hinwirken. Die Vetomacht China rief alle Seiten zur friedlichen Beilegung des Konflikts auf. Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats mahnten Pjöngjang, weitere Tests zu unterlassen und im Einklang mit früheren UN-Resolutionen sein Atomprogramm einzustellen – zu neuen Sanktionen äußerte sich der Rat nicht.

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