Ende der Transferperiode im Fußball

Ein irres Spektakel

von Redaktion

Jeder, der sich auch nur ein bisschen mit Fußball befasst, hat in den vergangenen Wochen die These aufgestellt, dass dieser Sport verrückt geworden sei. Es war nicht mehr die Art Verrücktheit, die als sympathisch durchgeht. Hier handelte es sich eher um eine wilde Durchgeknalltheit. Faszinierend, aber auch abstoßend.

Das gestrige Ende der Transferperiode – besser bekannt als „Deadline Day“ – bedeutet, dass der schlimmste Irrsinn überstanden ist. Sogar die Branche selbst ist darüber erleichtert. Das will etwas heißen, denn eigentlich macht es dem Fußball wenig aus, sich fern aller Realitäten zu bewegen. Im Gegenteil, er lebt damit (und davon) sehr gut. Die jüngsten Auswüchse aber, bis hin zu Spielerstreiks, haben selbst versierte Manager erschöpft.

Dass der Fußball über seine normale Entrückung hinaus zuletzt außer Rand und Band war, lag im Kern daran, dass absurd viel Geld für einen Spieler (Neymar) gezahlt wurde und reinvestiert werden musste. Der 222-Millionen-Exzess war eine sehr teure PR-Aktion Katars, das hinter dem Käuferverein steht und politisch schwer unter Druck ist. Es war eine spezielle, vielleicht einmalige Konstellation. Beim nächsten Mal wird es weniger drastisch zugehen. Aber bestimmt auch wieder ziemlich irre.

Marc Beyer

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