Asylverfahren dauern länger

von Redaktion

Menschen aus dem Kongo warten am längsten auf ihren Bescheid

Berlin – Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) braucht einem Medienbericht zufolge wieder länger bis zum Abschluss eines Asylverfahrens. Im zweiten Quartal 2017 habe es im Schnitt 11,7 Monate und damit mehr als einen Monat länger als im ersten Quartal gedauert, bis über einen Antrag entschieden wurde, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Linken-Anfrage. Demnach lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer im ersten Quartal noch bei 10,4 Monaten. Im gesamten Jahr 2016 brauchte das BAMF im Schnitt 7,1 Monate.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge warten besonders lange auf den Abschluss ihres Verfahrens (11,8 Monate im zweiten Quartal 2017). Zudem vergehen aktuell durchschnittlich 4,5 Monate vom Tag der Einreise bis zur Asylantragstellung. Am längsten warten den Angaben zufolge Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo (17,2 Monate), der Russischen Föderation (16,3 Monate) und Nigeria (15,1 Monate). Syrer bekommen am zügigsten ihren Bescheid – nach durchschnittlich 7,8 Monaten.

Im September 2015 hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder auf das Ziel verständigt, ein Asylverfahren in drei Monaten abzuschließen. Das Bundesinnenministerium begründete die langen Verfahrensdauern unter anderem damit, dass das BAMF aktuell viele komplexe Verfahren entscheide. Nach Abschluss des Rückstandsabbaus wolle das BAMF aber „kurze Bearbeitungsdauern sicherstellen können“. dpa/kna

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