Auf der koreanischen Halbinsel gewinnt ein Wettrennen dramatisch an Fahrt, das für die Welt höchst gefährlich werden kann. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un versucht seit Jahren, sich selbst, sein Herrschaftssystem und sein Land dadurch unangreifbar zu machen, in dem er nach atomarer Macht strebt. Der gestrige Wasserstoffbomben-Test zeigt, das Kim die Zeit der Uneinigkeit seiner internationalen Partner (China, Russland) wie Gegner (USA) skrupellos und erfolgreich genutzt hat, um seinem Ziel ziemlich nahe zu kommen. Er besitzt bereits weit reichende Raketen, wie die jüngsten Tests beweisen, und kann die apokalyptische Gewalt einer H-Bombe entfesseln. Jetzt fehlt ihm nur noch die Fähigkeit, beides – Raketen und Bombe – so zu kombinieren, dass er ihre todbringende Energie auch gezielt einsetzen kann.
Die internationale Staatengemeinschaft steckt in einem tiefen Dilemma: Appelle an die Vernunft und Dialogbereitschaft Kims sind chancenlos, weil ein Abschied vom atomaren Traum seinen Interessen widerspricht. Ein präventiver Militärschlag gegen Nordkorea birgt jedoch enorme Risiken: Er könnte einen Höllenbrand im pazifischen Raum entfachen. Kim gewähren lassen, ist auch keine Option. Es wäre ein Freibrief für alle Schurken und Diktatoren dieser Welt, es ihm gleichzutun. Ein Albtraum.
Alexander Weber
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