„Merkel ist eine Domina“

von Redaktion

Abensberg – Als gegen 10.30 Uhr die Sonne rauskommt, spricht Beatrix von Storch gerade über ihr wichtigstes Thema. „Migranten müssen sich nicht integrieren“, ruft die AfD-Politikerin von der Bühne in den Abensberger Schlossgarten. „Sie sollen sich anpassen.“ Ungefähr 300 Zuhörer sind auf das Gelände nördlich der Gillamoos-Festwiese gekommen, um unter freiem Himmel die Europa-Abgeordnete und den AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen zu hören. Es gibt Bier, Limo oder Kaffee aus Plastikbechern – und scharfe Worte. Doch die Stimmung ist weit entfernt von einem Siedepunkt. Die Leute sitzen, hin und wieder klatschen sie.

Von Storch gibt sich Mühe, das Tempo zu erhöhen. Sie verspricht den „Untersuchungsausschuss Merkel“ nach der Wahl, spottet über hirnlose Grüne und die rückgratlose CSU. In deren Bayernplan stehe „all das, was ausdrücklich nicht kommen wird“. Die Obergrenze, die Aussetzung des Familiennachzugs, Einreisekontrollen – das sei alles nur abgekupfert aus dem AfD-Programm und würde von Kanzlerin Merkel am Ende ohnehin verhindert. „Fallen sie ja nicht darauf rein“, sagt von Storch.

Mehr Emotionen weckt von Storchs Nachfolgerin auf der Bühne. AfD-Bundestags-Kandidatin Katrin Ebner-Steiner stellt klar: „Als Bayerin bin ich nicht eine von mehreren Ehefrauen, sondern die einzige.“ Auch werde sie ihre Tochter niemals „mit dem Cousin zwangsverheiraten“. Beim Publikum kommt das an.

Auch der Bundesvorsitzende Meuthen setzt auf deutliche Aussagen. Die SPD sei eine „rote Freak-Show“, ihren Kandidaten Martin Schulz nennt er „das Würstchen aus Würselen“, und er stellt spöttisch Merkels Spitznamen „Mutti“ infrage. Die Kanzlerin habe doch mehr von einer Domina, die ihr eigenes Volk quäle. Deutschland verkomme mit ihr zum „Chaos-Staat“. Dann nimmt Meuthen noch seinen Parteifreund Alexander Gauland in Schutz. Der AfD-Spitzenkandidat habe „lediglich unsere Desintegrationsministerin Aydan Özoguz entsorgen“ wollen, „im Übrigen völlig zurecht“, sagt Meuthen. Der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel habe 2012 stattdessen gefordert, die ganze Regierung Merkel „rückstandsfrei zu entsorgen“. Gaulands Aussage sei also milder. Kanzlerin Merkel und andere Spitzenpolitiker hatten Gaulands Äußerung als „rassistisch“ bezeichnet.  hor

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