Pressestimmen zum TV-Duell

von Redaktion

„Im TV-Duell hat der Sozialdemokrat versucht, die Kanzlerin anzugreifen: Vor allem beim Thema Einwanderung, dann bei den Themen soziale Ungleichheit, Autoskandale und Außenpolitik, in der Merkel zu weich gegenüber Trump und Erdogan sei. Aber die Kanzlerin schien nie in Schwierigkeiten zu kommen. (…) Und die Diskussion hat keine wirklichen Zusammenstöße gezeigt, die die Richtung des – langweiligen – Wahlkampfs ändern könnten.“

Corriere della Sera, Rom

„Merkel wirkte so sicher, so konzentriert und gleichzeitig über weite Strecken so gelöst (…). Schulz war angriffig, aber er verlor sich schnell in Details und prallte immer wieder an Merkel ab. Die beiden wirkten über weite Strecken eher wie die Koalitionäre, die sie sind, denn wie erbitterte politische Gegner. (…) Nur scheinbar kontroverser wurde es, als der Umgang mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum Thema wurde. (…) Wenn er Kanzler würde, würde er den Beitrittsprozess mit der Europäischen Union abbrechen; die roten Linien seien überschritten. Merkel meinte dazu kühl, sie sei ohnehin noch nie für einen EU-Beitritt der Türkei gewesen, im Unterschied zur Sozialdemokratie.“

Neue Zürcher Zeitung

„Insgesamt eine enttäuschende Nacht für Angela Merkels Herausforderer Martin Schulz. Kurz, als es um die Türkei ging, fühlte es sich an, als könnte Schulz die Kanzlerin überraschen. Doch das Format und die Fragen gaben ihm keine Möglichkeit, dieses Momentum zu behalten. Merkel auf der anderen Seite glänzte nicht, aber sie musste es auch nicht.“

The Guardian, London

„Die Tatsache, dass sich in der vergangenen Woche etwa 46 Prozent der Wähler noch nicht entschieden hatten, für wen sie stimmen, bot Schulz noch einen Hoffnungsschimmer. (…) Erwartungsgemäß wirkte Schulz denn auch aggressiver. Doch zugleich saß er in der Klemme. Immerhin war die SPD in acht der zwölf Kanzlerjahre von Merkel an der Regierung beteiligt, (…). Das machte es natürlich recht schwierig, ihre Politik anzugreifen. Schließlich hat die SPD sie ja mitgetragen. Und Merkel unterließ es nicht, immer wieder darauf hinzuweisen.“

De Standaard, Brüssel

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