Als Verbraucher reibt man sich die Augen: 1,99 Euro kostet ein halbes Pfund Handelsbutter. Selbst Discounter Aldi erhöht den Butterpreis um satte 20 Cent auf diesen Betrag. Man erinnert sich: Noch vor einem Jahr lag das Packerl Deutsche Markenbutter für 70 Cent im Kühlregal. Für Kunden mag der Anstieg der Lebensmittelpreise auf den ersten Blick ärgerlich sein. Und manchem, der genau auf die Preise schauen muss, wird der gesalzene Butterpreis auf den Magen schlagen.
Doch für die Milchbauern wurde es höchste Zeit. Eineinhalb Jahre haben sie unter einem dramatischen Preisverfall gelitten. Viele haben herbe Verluste geschrieben, nicht wenige die Flinte ins Korn geworfen. Mehr als 5600 Milchbauern haben seit 2015 in Deutschland aufgegeben, allein in Bayern waren es 2353.
Dass sich die Milchbauern, die durchgehalten haben, nun eine goldene Nase verdienen – davon kann keine Rede sein. Erst einmal müssen die Einbußen aufgefangen werden. Seit Wegfall der Milchquote 2015 müssen sich die Milchviehhalter auf dem Weltmarkt bewähren. Sie haben kräftig Lehrgeld bezahlt. In der Krise hat sich aber gezeigt: Die Bauern, die mehrere Standbeine haben, überstehen eine Durststrecke. Genau hier liegt die Chance für die Milchbauern: Investieren in zusätzliche Einkommensbereiche.
Claudia Möllers
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