Schwerin – Großer Ärger für Manuela Schwesig: Mecklenburg-Vorpommerns neue Ministerpräsidentin verteidigt die Entscheidung, ihren Sohn auf eine Privatschule zu schicken. Dies sei keineswegs Ausdruck mangelnden Vertrauens in das staatliche Schulsystem, sagte die SPD-Politikerin. Kritisch äußerten sich dazu unter anderem die Erziehungsgewerkschaft GEW und der Deutsche Lehrerverband. Schwesig begründet die Entscheidung mit dem kurzen Schulweg. Statt der etwa 20 Minuten zur nächstgelegenen staatlichen Schule dauert der Weg zur Privatschule kaum fünf Minuten. Das Schulgeld beträgt 200 Euro im Monat, kann nach Angaben des Schulgründers für Kinder aus ärmeren Familien aber auf bis zu 50 Euro gesenkt werden. Keinem Kind werde aus finanziellen Gründe der Zugang verwehrt. Die Landesvorsitzende der Erziehungsgewerkschaft GEW, Annett Lindner, äußerte sich dennoch kritisch. „Die Schulwahl für sein Kind steht jedem frei. Doch in ihrem Amt muss Frau Schwesig klar sein, dass eine solche Entscheidung auch eine Signalwirkung hat, für Eltern und für Lehrer.“