Berlin/München – Von der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel soll eine E-Mail mit rassistischen Bemerkungen und wüsten Beschimpfungen aufgetaucht sein. Die AfD bestreitet in Weidels Namen, dass sie die Autorin ist. Die „Welt am Sonntag“ („WamS“) berichtet jedoch, ihr liege eine eidesstattliche Versicherung des Mail-Empfängers, eines früheren Bekannten Weidels, vor.
Der Zeitung zufolge wird in der E-Mail vom 24. Februar 2013 der Vorwurf erhoben, die Regierenden zerstörten durch eine Überschwemmung mit „kulturfremden Völkern wie Arabern, Sinti und Roma“ systematisch die bürgerliche Gesellschaft, um sie als Gegengewicht auszuschalten. „Diese Schweine sind nichts anderes als Marionetten der Siegermaechte des 2. WK“, zitiert das Blatt darüber hinaus.
Der Empfänger der Mail führte zur Begründung für Weidels Urheberschaft an, dass sich die Mail in der Betreffzeile auf ein Gespräch mit ihm beziehe und wie bei Weidel damals üblich von „Lille“ unterzeichnet sei. Zu der Zeit soll Weidel nach Angaben der Zeitung noch nicht Parteimitglied gewesen sein. Sie habe damals aber begonnen, sich im AfD-Vorläufer „Wahlalternative 2013“ zu engagieren.
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer kritisierte Weidel scharf. „Hinter der pseudo-bürgerlichen Fassade von Frau Weidel verbirgt sich die erschreckende Ideologie einer Reichsbürgerin“, sagte er der „Welt“.
Derweil haben in Nürnberg am Samstag mehrere hundert Menschen gegen den Auftritt von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland demonstriert. Die Polizei sprach von rund 500 Teilnehmern, die Proteste seien ruhig verlaufen. Ebenfalls am Samstag trat Gauland in einem Gasthof in Garmisch-Partrenkirchen auf. Bis zu 250 Demonstranten äußerten auf dem Kirchplatz ihren Unmut über den umstrittenen Politiker.
Am Sonntag wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Mühlhausen ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen Gauland eröffnet hat. Er hatte gefordert, die türkischstämmige Staatsministerin Özoguz in Anatolien zu „entsorgen“. mm/dpa