Kolumbien: Bewegender Besuch

von Redaktion

Papst Franziskus wirbt für Frieden – Millionen begeisterte Menschen

Medellín – Papst Franziskus hat seine Kolumbienreise zu einem starken Friedenssignal genutzt. Der Lebensstil Jesu fordere dazu auf, „den Weg der Liebe, der Gewaltlosigkeit, der Versöhnung und des Friedens zu gehen“, sagte er vor einer Million Gläubigen bei einer Messe in Medellín. Immer wieder mahnte er die Menschen, sich auszusöhnen und Hass zu überwinden.

In dem 50-jährigen Konflikt in Kolumbien mit der linken Farc-Guerilla starben über 220 000 Menschen, rund 7,5 Millionen wurden vertrieben. Der Vatikan hatte die Verhandlungen über das 2016 erzielte Friedensabkommen mit der Farc unterstützt.

Im Land gibt es aber weiter Kritik an einer Sonderjustiz mit milden Strafen für Farc-Verbrechen sowie an der Gründung einer Farc-Partei, der bis 2026 zehn Sitze im Kongress garantiert werden – und damit mehrere Millionen Dollar Diäten. Zudem erhalten bisherige Kämpfer eine monatliche Unterstützung von rund 250 Dollar.

Präsident Juan Manuel Santos, der 2016 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, hat stark an Beliebtheit eingebüßt. Daher war der Papstbesuch für ihn auch politisch wichtig.

Kurz vor dem Besuch erklärte sich auch die ELN als letzte verbliebene Guerillagruppe zu einer Waffenruhe bereit. Die Menschen in Kolumbien hoffen nun, dass auch diese kleinere Guerillasgruppe zur Abgabe der Waffen bereit ist, um einen umfassenden Frieden zu erreichen.

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