Moskau – Das russische Verteidigungsministerium hat erstmals Angaben zu sowjetischen Verlusten in der Kuba-Krise vor 55 Jahren gemacht. 64 Sowjetbürger seien zwischen August 1962 und August 1964 in Kuba ums Leben gekommen, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit. Angaben zur Todesursache wurden offiziell nicht gemacht, ein Militärhistoriker sprach von vielen Unfällen.
In der Krise im Oktober 1962 standen die Supermächte USA und Sowjetunion zwar so dicht vor einem Atomkrieg wie nie zuvor, es gab aber bis auf den Abschuss eines US-Aufklärungsflugzeugs mit einem toten Piloten keine Kämpfe. Allerdings transportierte die Sowjetunion in der Geheimaktion „Anadyr“ nicht nur 64 nukleare Mittelstreckenraketen Richtung Kuba, sondern auch 42 000 Soldaten. „Wenn schweres Gerät montiert wird, wenn die Umstände schwierig sind, wenn alles schnell gehen muss, dann geschehen Unfälle“, sagte der Direktor der Militärgeschichtlichen Gesellschaft Russlands, Michail Mjagkow.
Das Verteidigungsministerium widmete seine Mitteilung dem Eintreffen der ersten Raketen in Kuba vor 55 Jahren am 9. September 1962. Die USA verhängten darauf eine Seeblockade gegen den kommunistisch regierten karibischen Inselstaat vor ihrer Haustür. Die Krise endete, als US-Präsident John F. Kennedy zusagte, Kuba nicht anzugreifen.