UN-Sanktionen erhöhen Druck auf Kim

von Redaktion

China und Russland stimmen Öllieferungs-Begrenzung zu – Nordkorea wettert gegen „blutrünstige USA“

New York – Seit dem Korea-Krieg vor mehr als 60 Jahren stand Ostasien nicht mehr so nah an einem bewaffneten Konflikt mit potenziell verheerenden Folgen. „Die Atomkrise auf der Halbinsel scheint tief gefangen in einer endlosen Schleife, in der Atom- und Raketentests schärfere Sanktionen auslösen und weitere Sanktionen zu weiteren Tests einladen“, warnte Chinas Staatsagentur Xinhua nach der Verhängung der neuen Sanktionen gegen Nordkorea. Erstmals beschränkte der Weltsicherheitsrat sogar Öllieferungen an den isolierten kommunistischen Staat, mit Zustimmung der Vetomächte Russland und China, die Zeit für Diplomatie gewinnen wollen.

Der nordkoreanische Botschafter Kim Hyong Jun kündigte in Moskau Gegenmaßnahmen an: Mit den nächsten Schritten werde Nordkorea die USA in die schwierigste Lage bringen, die diese je erlebt hätten, drohte er. „Wenn die feindlichen Kräfte darauf zählen, dass wir unter solchen Sanktionen schwankend werden und unsere Position ändern, ist das eine große Illusion“, sagte Kim.

An der Grenze zu Nordkorea zieht Chinas Militär Waffen und Raketensysteme zusammen. Die Volksbefreiungsarmee übt für einen plötzlichen Konflikt. Auch Südkorea rüstet sich, stellt neue Raketensysteme auf, übt Angriffe auf Nordkoreas Atomtestgelände oder Raketenstellungen. Japan ist besorgt, bereitet seine Bevölkerung auf Raketenangriffe vor.

Nordkoreas Propaganda läuft auf Hochtouren, wettert gegen das „blutrünstige Wesen der USA“. Das grelle Bild der zu allem fähigen, grausamen Supermacht USA mag überzeichnet sein, es kommt in Nordkorea aber nicht von ungefähr. Es wurzelt in der Geschichte. Im Korea-Krieg praktizierten die USA 1950 buchstäblich eine Politik der verbrannten Erde. Der Befehl lautete, alles zu bombardieren, was für den Feind von Nutzen sein könnte. 635 000 Tonnen Bomben warfen die Amerikaner „strategisch“ auf Korea, vor allem auf den Norden. Worüber könnte heute verhandelt werden? Seine Atomwaffen will Kim nicht mehr hergeben. Der Zug ist abgefahren. Er will nicht so enden wie Saddam Hussein im Irak und Muammar al-Ghaddafi in Libyen, die nicht mehr mit Massenvernichtungswaffen drohen konnten. Er will mit den USA auf Augenhöhe reden.

Bisher widerstand Nordkorea der Last der Sanktionen. Es überlebte den Niedergang seiner Industrie, selbst die großen Hungersnöte in den 90er Jahren. Es fand Schlupflöcher, die Sanktionen zu umgehen. So gilt der Export seiner Raketentechnologie als eine wichtige Einnahmequelle.  dpa

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