Gesetz zum Schutz der „Dreamer“

Zwischen den Fronten

von Redaktion

Dass in Washington seit Januar das Chaos regiert, ist keine rasend neue Erkenntnis. Gestern aber gab es besonderen Anschauungsunterricht, als der Twitter-Trump frühmorgens einen Deal mit den Demokraten zum Schutz von 800 000 Kindern illegaler Ausländer („Dreamer“) vehement dementierte, während der Präsident aus Fleisch und Blut am Vormittag sagte, er werde ein entsprechendes Gesetz unterstützen. Angenommen, der echte Donald setzt sich in diesem leicht schizophrenen Wettstreit durch: Es wäre die beste Nachricht aus Washington seit Wochen.

Offenbar wurde selbst der an Dauer-Feuer gewöhnte Trump vom verheerenden Echo auf seine Ankündigung überrascht, den Schutz der „Dreamer“ vor Abschiebung aufzuheben. Wirtschaftsriesen wie Facebook oder Microsoft, die schon unter den verschärften Einreisebestimmungen leiden, kündigten massiven Widerstand an. Auch die einflussreichen konservativen Koch-Brüder, milliardenschwere Wahlkampffinanziers, legten ihr Veto ein.

Nun aber droht Trump der nächste Ärger. Konservative Kolumnisten und Abgeordnete drohen dem Präsidenten mit dem Bruch. Seine nervöse Reaktion gestern zeigt, wie sehr er noch zwischen die Fronten geraten könnte.

Mike Schier

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