Fordert Boris Johnson Theresa May heraus?

Ein Hauch von Shakespeare

von Redaktion

Es ist nicht mehr lange hin, bis sich die britischen Tories zu ihrem Parteitag treffen. Und wenn die Vorzeichen nicht täuschen, könnte es ein Delegiertentreffen mit Shakespearscher Dramatik werden. An diesem Wochenende hat sich Außenminister Boris Johnson mit einem großen Zeitungsartikel zu Wort meldet, der von den meisten Beobachtern als offene Kampfansage an Premierministerin Theresa May gewertet wird, die seit der selbstverschuldeten Schmach bei der Unterhauswahl im Juni als schwer angeschlagen gilt.

Dabei bietet der exzentrische Ex-Bürgermeister von London und Möchtegern-Macbeth inhaltlich mit seinem Artikel nichts Neues: Er wirbt für den harten Brexit ohne EU, Binnenmarkt und Zollunion und verspricht den Briten eine „glorreiche Zukunft“ in einem Vereinigten Königreich, das „das großartigste Land der Welt sein“ könne (Ist das nicht schon Trumps Amerika?). In seiner propagandistischen Realitätsverweigerung und seinem Machthunger bleibt sich Johnson treu. Man darf gespannt sein, wie die Premierministerin in ihrer groß angekündigten Brexit-Rede in Florenz in dieser Woche auf das Johnson’sche Wolkenkuckucksheim reagieren wird. Britischer Realismus wäre eine Möglichkeit.

Alexander Weber

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