Pflege

Unterbelichtet

von Redaktion

Es ist absurd, wie wenig Beachtung das Thema Pflege findet. Wohl beinahe jeder wird in seinem Leben direkt oder indirekt einmal davon betroffen sein. Weil die meisten aber nicht (gerne) darüber nachdenken, spielt das Thema auch politisch nur eine untergeordnete Rolle. Man wird aber der Herausforderung Pflege nicht Herr werden, wenn man sie nicht als das anerkennt,was sie ist: die Schicksalsfrage einer alternden Gesellschaft.

Die Union scheint sich derzeit stattdessen auf der jüngsten Reform auszuruhen. Und tatsächlich hat das Pflegestärkungsgesetz II einzelne Dinge verbessert, etwa die Situation Demenzkranker. Das ist gut, aber das reicht nicht annähernd. Doch auch von den anderen Parteien wird das Thema stiefmütterlich behandelt. Im Wahlkampf kam es bisher fast nicht vor – enttäuschend.

Dabei ist es nicht höchste Zeit, es ist zum Teil bereits zu spät. Denn schon heute – bei drei Millionen Pflegebedürftigen – werden Menschen vernachlässigt, weil gestern versäumt wurde, sich abzeichnende Probleme (zum Beispiel Personalmangel) anzugehen. Die Grundlagen dafür, wie es 2060 den dann knapp fünf Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland und ihren Angehörigen geht, werden dagegen heute gelegt. Oder eben nicht.

Sebastian Horsch

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