Washington fordert Überarbeitung des Atomabkommens

von Redaktion

Harsche Reaktion aus dem Iran auf Trumps Rede vor den Vereinten Nationen – Deutschland und Frankreich warnen vor „schwerem Fehler“

New York – Nach der Attacke von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran hat US-Außenminister Rex Tillerson Änderungen am Atomabkommen mit dem Land verlangt. Dieses müsse „wirklich überarbeitet werden“, forderte er. Mit einer Rede von Irans Präsident Hassan Ruhani vor der UN-Vollversammlung und einem Treffen der Unterzeichner des Abkommens stand der Iran am Mittwoch im Mittelpunkt der Generaldebatte in New York.

Der Vertrag sei „nicht streng genug“ und reiche nicht, um das Atomprogramm des Iran zu bremsen, sagte Tillerson dem Sender Fox News. Die USA hofften deshalb auf die Unterstützung ihrer europäischen Partner. „Wir können beinahe den Countdown zählen bis zu dem Moment, wo sie ihre Atomwaffenfähigkeiten wieder herstellen werden“, warnte er.

Tillerson wollte in der Nacht zum ersten Mal seit dem Antritt der Trump-Regierung mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sowie den Außenministern der übrigen Unterzeichnerstaaten, unter ihnen Deutschland, zusammenkommen.

Trump hatte den Iran in seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung als „Schurkenstaat“ angeprangert und das Atomabkommen als „Schande“ bezeichnet. Irans Chefdiplomat Sarif bezeichnete Trumps Worte als „ignorante Hass-Rede“. Sie gehöre „ins Mittelalter, nicht in die UNO des 21. Jahrhunderts“ und sei einer Antwort „nicht würdig“.

Die Bundesregierung mahnte, an dem Abkommen festzuhalten. Alles andere „wäre ein großer Rückschritt“, sagte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD). Die Kündigung wäre eine „große Gefahr für Frieden und Stabilität in der Region“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie halte das Atomabkommen für richtig. Auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron warnte, die Aufkündigung des Abkommens wäre ein „schwerer Fehler“.

Artikel 6 von 11