Die CSU am Wahlabend

Seehofers Ergebnis

von Redaktion

Von diesen rund 39 Prozent, die für die CSU eine krachende Niederlage sind, träumen andere Parteien. Doch das hilft Seehofer nicht – er verantwortet ein Desaster. Die CSU könnte bald vergessen, dass Deutschland Seehofer zu verdanken hat, dass die Irrsinns-Politik der offenen Grenzen (wenn auch spät) 2016 korrigiert wurde. Dankbarkeit ist keine politische Kategorie. Der Wahlabend bestärkt die Kritiker seines Zickzack-Kurses, Merkel brutalstmöglich anzugreifen und sich dann 2017 samtweich an sie zu schmiegen. Diese – seine! – Kurs-Ausschläge waren zu extrem, um glaubwürdig zu sein. Und die in Bayern völlig lustlose Merkel half ihm ja auch kaum, im Gegenteil, sie schadete mit vielen Auftritten.

Es ist müßig, hinterher über den Spitzenkandidaten zu diskutieren; Söder verweigerte sich ja partout, auch wenn man ihn Merkel von Herzen an ihren Kabinettstisch gewünscht hätte. Zur Fehleranalyse zählt aber: Seehofer glaubte bis zuletzt zutiefst an die Watte-Zahlen der Institute, träumte von 48 plus x. Ausgerechnet ihn, der wie kein Zweiter das Ohr am Bürger hatte, hat da das Bauchgefühl verlassen. Nein, aus der Kutschenrundfahrt zur Wiesn lässt sich eben kein Stimmungsbild ablesen! Seehofer, der zuletzt blass wirkte, körperlich schwer angegriffen, muss jetzt wie ein Löwe um seine Autorität kämpfen. Ob er das kann und ob das genügt, ist ungewiss.

Christian Deutschländer

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