Rosnefts rasanter Aufstieg

von Redaktion

Die halbstaatliche russische Ölfirma Rosneft, in deren Aufsichtsrat Altkanzler Gerhard Schröder seit Freitag sitzt, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Weltkonzern gewandelt. Möglich wurde dies durch teils umstrittene Zukäufe, bei denen stets der enge Vertraute von Präsident Wladimir Putin, Rosneft-Chef Igor Setschin, die Strippen zog. Als Aufsicht für mehrere russische Ölgesellschaften 1993 gegründet, war Rosneft noch 2004 nur der siebtgrößte Ölproduzent Russlands. Dann ernannte Putin seinen Freund Setschin zum Rosneft-Chef. Das Unternehmen übernahm zu einem günstigen Preis einen großen Teil des Jukos-Konzerns. Ab 2005 wurde es dann zur Nummer eins in Russlands Ölgeschäft. Ein Jahr später ging das Unternehmen in London an die Börse. Unter Dmitri Medwedew (2008-2012) war Setschin Vize-Regierungschef; unter Putin kehrte er an die Rosneft-Spitze zurück. Mit dem Kauf von TNK-BP (55 Milliarden Dollar) stieg Rosneft mit mehr als vier Millionen Barrel täglich zum größten, börsennotierten Ölkonzern der Welt auf. Nach Hakeleien sogar mit dem Kreml kaufte Rosneft auch noch den Konkurrenten Baschneft, der zuvor für rund fünf Milliarden Dollar „privatisiert“ wurde. So konnte der Ölriese trotz US-Sanktionen weiter wachsen.

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