Berlin – SPD-Chef Martin Schulz will Parteivorsitzender bleiben, auch wenn die Sozialdemokraten bei der Landtagswahl in Niedersachsen am kommenden Sonntag eine Schlappe erleiden. „Ich werde beim Parteitag im Dezember wieder für den Parteivorsitz kandidieren. Das habe ich weder an irgendwelche Bedingungen noch an die Ergebnisse von Landtagswahlen geknüpft“, sagte der gescheiterte Kanzlerkandidat der „Bild am Sonntag“. Wer die SPD in die nächste Bundestagswahl führen wird, ließ er offen.
Schulz übernahm „die Hauptverantwortung“ dafür, dass die SPD mit ihm als Kanzlerkandidaten bei der Bundestagswahl mit 20,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegszeit eingefahren hatte. Er wolle aber weitermachen, denn die Herausforderungen der Globalisierung und der Digitalisierung seien nur europäisch zu bestehen, und Europa sei sein Thema. „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich das Vertrauen in die SPD zurückgewinnen kann, wenn die Leute sagen: Das ist ein ehrlicher Mann. Der hat eine Idee für die Zukunft des Landes.“
Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) rechnet dagegen schon bald mit Ernüchterung in der SPD über den Gang in die Opposition. „Der Katzenjammer kommt noch“, sagte Gabriel am Rande einer SPD-Veranstaltung im niedersächsischen Helmstedt. „In einem halben Jahr.“ Die Weigerung seiner Partei, wieder Junior-Partner in einer großen Koalition zu werden, sei aber dennoch verständlich. Zudem sei Schulz weiterhin der richtige Mann für den Parteivrositz, sagte Gabriel. „Dieser Meinung bin ich in der Tat.“