Die Zahl 200 ist zu rund und zu gewaltig, um in den jüngsten Meldungen über den FC Bayern unterzugehen. Auf exakt 200 Lebensjahre bringt es das neue Trainergespann des FC Bayern. Jupp Heynckes ist 72, seine Assistenten Peter Hermann (65) und Hermann Gerland (63) sind der Generation der jungen, hippen Konzepttrainer ebenfalls schon entwachsen.
Trotz dieser eindrucksvollen Zahl wird der neue Chef mit einer nicht weniger eindrucksvollen Sympathie und Vorfreude empfangen. Die anfängliche Verblüffung über die Personalie ist dem Gefühl gewichen, dass der FC Bayern aus einer schlechten Situation möglicherweise das Beste gemacht hat. Als Verein dieser Güteklasse mitten in der Saison den Trainer zu wechseln, ist nun mal wesentlich kniffliger, als wenn etwa der Hamburger SV wieder einen neuen Feuerwehrmann benötigt. Die Auswahl war extrem beschränkt. Und ob der aktuell vertragsfreie Thomas Tuchel nicht nur fachlich, sondern auch menschlich zu den Bayern passen würde, ist eine Frage, die die Bayern gerne mit wesentlich mehr Zeit entscheiden würden.
So wird der Hauch des Neuen ab heute einen Trainer umwehen, der die Bundesliga noch aus den Sechzigern kennt. Es wird das abschließende Kapitel einer außergewöhnlichen Fußballerkarriere. Es sei denn, in ein paar Jahren ist bei den Bayern noch mal Not am Mann.
Marc Beyer
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