Neben dem schwierigen Thema Asyl müssen Union, FDP und Grüne auch klären, wie sie sich die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt vorstellen. Die kleinen Parteien sind hier ziemlich nah beieinander.
Union: CDU und CSU sind mit Details noch sparsam. Sie fordern ein „Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz“, um darin die bereits bestehenden Regelungen zusammenzufassen und sie, wo nötig, effizienter zu gestalten. Voraussetzung für Zuwanderung sollen sein: der Nachweis eines Arbeitsplatzes und die Sicherung des Lebensunterhalts. Eine Einwanderung in die sozialen Sicherungssysteme dürfe es nicht geben.
FDP: Sie schlägt eine „Chancenkarte“ vor. Eine jährlich festzulegende Zahl von qualifizierten Einwanderern soll damit nach einem Punktesystem eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr bekommen, um sich in dieser Zeit einen Job zu suchen. Gut integrierte Asylbewerber und Flüchtlinge sollen die Möglichkeit bekommen, den Status zu wechseln und zu dauerhaften Einwanderern zu werden.
Grüne: Herzstück ihrer Pläne ist eine „Talentkarte“ für gut Qualifizierte: Wer sie hat, darf samt Familie auch ohne Jobangebot ins Land kommen und hat ein Jahr Zeit für die Jobsuche. Eine Kommission schlägt dem Bundestag jährlich eine „Talentkarten“- Zahl vor, je nach Bedarf. Wer sie bekommt, wird nach einem Punktesystem entschieden. Die Job- und Visavergabe soll unbürokratischer werden und ein „Spurwechsel“ möglich sein – vom Asylrecht ins Einwanderungsrecht.