Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy stand schon sehr häufig vor großen Hindernissen und schier unlösbaren Aufgaben. Mit der Auflehnung der Separatisten in Katalonien muss der 62-Jährige nun aber „die größte Herausforderung der spanischen Demokratie“ bewältigen, wie die Zeitung „El País“ schrieb.
Der Richtersohn und gelernte Jurist ist ein Überlebenskünstler, politisch wurde er schon häufig totgesagt. Als Parteichef der konservativen Volkspartei (PP) erlitt er 2008 eine bittere Wahlniederlage, in den eigenen Reihen wurden Forderungen nach seinem Rücktritt laut – nur drei Jahre später führte er die PP zum Wahlsieg.
Als Regierungschef führte der altbacken und bieder wirkende Mann Spanien dann aus der Wirtschaftskrise. Er überstand auch zahlreiche Korruptionsaffären. Die PP verlor zwar die absolute Mehrheit, Rajoy verstand es aber, geschickt Allianzen zu bilden. Nach einer zehnmonatigen Hängepartie wurde er im Herbst 2016 als Regierungschef wiedergewählt.