von Redaktion

Die Welt (Berlin)

Pressestimmen

„Es wird Zeit, Erdogan zu zeigen, dass Berlin auch eine andere Sprache sprechen kann. (…) Warum nicht ein Ultimatum stellen? Sollte die türkische Regierung nicht innerhalb von vier Wochen die elf Geiseln freilassen, hätten alle türkischen Ditib-Beamten Deutschland innerhalb eines Monats zu verlassen. Ferner könnte die Visumvergabe an Türken, die nach Deutschland reisen wollen, ausgesetzt werden. Darüber hinaus könnte Berlin die Hälfte der 14 türkischen Generalkonsulate schließen. Wer Geiseln nimmt, muss wie ein Geiselnehmer behandelt werden.“

„Die Ungerechtigkeit, die auch anderen Journalisten und Menschenrechtlern in der Türkei widerfährt, schreit zum Himmel. Angeblich sollen sie alle mit Terroristen paktieren oder Propaganda verbreiten. Die Gefangenen eint, dass die Anklageschriften kafkaesk anmuten und die Haftgründe offensichtlich vorgeschoben sind.“

„Wenn die Lage nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen: Da zetteln ein paar Leute so ungeschickt eine Abspaltung an, dass die betroffene Zentralregierung nachfragen muss, ob nun eigentlich die Unabhängigkeit erklärt wurde oder nicht. Aber es ist nichts lustig an diesem bitterernsten Konflikt, in den zwei übermütige Parteienbündnisse ihre Provinz und das Land, zu dem sie völkerrechtlich immer noch gehört, in den vergangenen Tagen getrieben haben.“

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