Es kam, wie es kommen musste: Lufthansa hat große Teile von Airberlin geschluckt und sich damit den (auf innerdeutschen Strecken) letzten großen Wettbewerber einverleibt. Für die Arbeitnehmer dürfte diese Lösung noch die beste unter mehreren schlechten sein, auch wenn man genau hinschauen muss, was die angebotenen Arbeitsverträge der LH-Tochter Eurowings Europe (nicht: Deutschland) beinhalten. Für die Fluggäste sind die Folgen absehbar: Es wird teurer, denn auf innerdeutschen Strecken ist die Lufthansa-Gruppe fortan Monopolist und kann die Preise diktieren. Das ist eben, anders als die Jubelmeldungen gestern suggerierten, keine gute Entwicklung.
Hinzu kommt, dass der Einstieg anderer Wettbewerber in diesen lukrativen Markt kurzfristig unwahrscheinlich ist. Denn die Lufthansa ist längst mehr als ein Luftfahrtunternehmen. Sie hat sich in deutschen Flughäfen (München) eingekauft oder hat dies – siehe Düsseldorf – vor. Das ergibt einen strategischen Vorteil beim Gerangel um Start- und Landerechte. So langsam wird die Lufthansa ein Fall für die Wettbewerbshüter vom Kartellamt. Man kann nur hoffen, dass zumindest auf Strecken wie München – Berlin die Deutsche Bahn künftig Paroli bietet.
Dirk Walter
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