Dankbarkeit ist in der Politik keine Kategorie. Das weiß Albert Duin ganz genau, schließlich putschte er selbst nach verlorener Landtagswahl bei der Vorstandswahl 2013 gegen den etablierten Thomas Hacker – und hatte fortan die eher undankbare Aufgabe, die Kärrnerarbeit in der außerparlamentarischen Opposition zu verrichten. Jetzt, da die FDP wieder an die Fleischtöpfe kommt, ist Duin zurückgetreten. Um genau zu sein: Der unorthodoxe Freigeist ist seiner Abwahl zuvorgekommen.
Es ist unwahrscheinlich, dass damit Ruhe einkehrt in den nach erfolgreicher Bundestagswahl erstaunlich aufgewühlten Landesverband. Nachfolgekandidat Daniel Föst, ein enger Duin-Vertrauter, gilt keineswegs als unumstritten. Im Bundestag wählten die Kollegen lieber Stephan Thomae zum Landesgruppenchef. Gut möglich, dass sich auf den letzten Metern noch ein Gegenkandidat findet. Noch erstaunlicher mutet Duins Plan an, die FDP dennoch als Spitzenkandidat in die Landtagswahl zu führen. Dass das als abgesägter Landeschef keine allzu gute Konstellation ist, musste gerade Florian Pronold von der SPD erleben. Für die FDP steht Ex-Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch schon in den Startlöchern. Nach vier Jahren, in denen er sich auf die Münchner Stadtratsarbeit konzentrierte, wirkt er geradezu frisch und ausgeruht.
Mike Schier
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