Schlechte Noten in Mathe und Deutsch

Der Grundschul-Schock

von Redaktion

Nach der Pisa-Katastrophe nun der Grundschul-Schock: Es schien ja so, als hätten die Schulen aus dem niederschmetternden Pisa-Test von 2001 gelernt. Seit Jahren wiesen alle nachfolgenden Bildungsstudien nach oben. Und nun dieser alarmierende Leistungsabfall der Viertklässler. Klar hängt das auch mit der steigenden Zahl an ausländischen Grundschülern zusammen. Hier ist mehr Engagement nötig. Zuwanderungskinder benötigen übergangsweise spezielle Vorbereitungsklassen, spezielle Lehrer, regelrechte Sprachentrainer. Der normale Grundschul-Besuch von acht bis zwölf reicht nicht. Nach einem Wahlkampf, in dem es nur noch um Abschiebung und Flüchtlingskriminalität ging, wäre es fatal, wenn die Integrations-Bemühungen nachließen. Das kann man aus der Studie lernen.

Doch die Zuwanderung erklärt die schlechten Noten nicht allein. So sind die ostdeutschen Länder, wo der Ausländeranteil gerade mal gut zehn Prozent beträgt (Bayern: 35 Prozent), nur im unteren Mittelfeld gelandet. Das könnte auch das Ergebnis einer kuschligen Grundschulpädagogik sein. Wahrscheinlich wird erst ein genauer Blick in die Lehrpläne zeigen, ob sich trotz vieler Warnungen fragwürdige Lehrmethoden eingeschlichen haben – zum Beispiel das Schreiben nach Gehör oder die Ächtung von Diktaten. Grundschule muss auch leistungsorientiert sein, allem Wehklagen über das Grundschul-Abitur (das es nur noch in Bayern gibt) zum Trotz. Das haben manche vielleicht übersehen.

Dirk Walter

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