Mogadischu – Bei dem verheerendsten Anschlag in Somalias jüngster Geschichte sind mehr als 231 Menschen getötet worden. Dies sagte der Polizeifunktionär Ali Hassan Kulmiye in Mogadischu am Sonntag. Der Leiter des Madina-Krankenhauses, Mohamed Yusuf, bestätigte den Tod von 221 Menschen, ein Krankenhaus sprach von weiteren zehn Toten.
Zudem wurden demnach bei der Explosion einer Lastwagenbombe im Zentrum Mogadischus am Samstag rund 300 Menschen verletzt worden. Etliche Opfer seien aus den Trümmern der beschädigten oder zerstörten Gebäude geborgen worden, sagte der Polizist Mohamed Dahir.
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Der Informationsminister Abdirahman Yarisow machte aber die sunnitische Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. Was genau das Ziel des Anschlags war, war zunächst unklar. In der Gegend befinden sich etliche Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude. Augenzeugen berichteten, womöglich sei ein bei Regierungsmitarbeitern, Journalisten und aus dem Ausland zurückkehrenden Somalis beliebtes Hotel Ziel des Attentäters gewesen.
Der Angriff sei eine nationale Tragödie, sagte Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed im Rundfunk. Er forderte die Menschen auf, für die Verletzten Blut zu spenden, und rief eine dreitägige Staatstrauer aus.
Ein Lastwagen sei am Samstag mit hoher Geschwindigkeit eine Straße entlang gerast und habe im Stau stehende Motorräder sowie Autos überrollt oder aus dem Weg geschoben, berichteten Augenzeugen. Sicherheitskräfte hatten demnach versucht, auf den Fahrer zu schießen, er erreichte aber dennoch eine der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu und sprengte sich und den Wagen dort in die Luft.
Die Explosion habe umliegende Gebäude massiv beschädigt, berichtete ein dpa-Reporter, der sich zur Zeit des Anschlags in der Nähe befand. dpa