Der Sieg der SPD in Niedersachsen geht nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen stark auf das hohe Ansehen ihres Ministerpräsidenten Stephan Weil und auf Landesthemen zurück. Der Amtsinhaber habe einen „sehr guten Imagewert“ von 2,0 auf einer Skala von minus 5 bis plus 5 erreicht, wie die Wahlforscher am Sonntagabend erläuterten. Zudem bescheinigten Weil 67 Prozent der Befragten gute Regierungsarbeit. Bernd Althusmann (CDU) kam auf einen Imagewert von 0,8 und wurde damit so schwach bewertet wie kein CDU-Spitzenkandidat im Land zuvor. Beim eindeutig wichtigsten Thema Bildung und Schule lag die SPD (37 %) vor der CDU (29 %).
Ihre besten Ergebnisse holten CDU und SPD bei den Über-60-Jährigen mit 39 beziehungsweise 42 Prozent. Anders als die SPD gab es bei der CDU einen starken Unterschied zwischen Stadt und Land: So lag sie in kleinen Städten bei 40 Prozent, in Städten mit mehr als 100 000 Einwohnern dagegen nur bei 25 Prozent.
Die FDP büßte bei den Über-60-Jährigen stark ein, war bei Jüngeren aber stabil. Grüne und Linke schnitten bei den Unter-30-Jährigen mit zwölf beziehungsweise sieben Prozent stark ab.