Nach dem Verlust der Stadt Kirkuk im Irak haben sich die Peschmergakämpfer im Konflikt mit der Zentralregierung weiter zurückgezogen. Sicherheitskräfte übernahmen kampflos zwei Ölfelder. Innerhalb von zwei Tagen haben die Kurden fast alle Gebiete verloren, in die sie 2014 eingerückt waren. In einem Referendum vor drei Wochen hatte sich eine Mehrheit der Kurden noch für die Unabhängigkeit vom Irak ausgesprochen – die Zentralregierung intervenierte militärisch. Die Peschmerga-Kämpfer gelten als einer der wichtigsten Verbündeten des Westens gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das Ausbildungsprogramm der Bundeswehr für Kurden wurde ausgesetzt. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) rief beide Seiten zur Besonnenheit auf. US-Präsident Donald Trump sagte, die USA seien in dem Konflikt neutral. Einige Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden flohen vor den einrückenden irakischen Truppen. Die Kurden hatten die Jesiden aus der IS-Gewalt befreit.