Debatte um islamischen Feiertag hält an

Symbolpolitik

von Redaktion

Das ging ja fix. Eineinhalb Stunden saßen zum Auftakt der Jamaika-Sondierungen Horst Seehofer und Cem Özdemir in der grünen Parteizentrale zusammen, blickten sich tief in die Augen – und schon gibt’s die erste schwarz-grüne Liebelei: „Keinen Handlungsbedarf“, ließ der Grünen-Chef anderntags wissen, sehe er in Sachen islamischer Feiertag. Den hatte eine Woche zuvor ausgerechnet Merkels Innenminister Thomas de Maiziere ins Spiel gebracht und damit einmal mehr bewiesen: Vernunft – oder vielmehr Unvernunft – machen nicht an Parteigrenzen halt.

Özdemir hat Recht, wenn er statt untauglicher Symbolpolitik a la de Maiziere bessere Bildung für alle fordert. Das fördert die Integration viel effektiver als billige Anbiederung an die wachsende muslimische Gemeinde in Deutschland. Erst recht, wenn man damit völlig unnötigerweise Öl in eine ohnehin lichterloh brennende Islamdebatte kippt.

Einen Erkenntnisgewinn gibt es dennoch aus der vom Innenminister angestoßenen Debatte: Er war und ist in seinem Amt eine Fehlbesetzung. Jamaika beinhaltet viele Risiken, aber auch einige Chancen: Eine davon ist, den falschen Mann am falschen Ort loszuwerden. Und wer weiß: Wenn der Bayern-Horst die Grünen weiter in dem Tempo katholisch macht wie zuletzt, hört man sogar in der CSU am Ende noch die Hochzeitsglocken läuten für eine Liaison, die manch einer für schier unmöglich hielt.

Georg Anastasiadis

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