May fordert Kultur des Respekts

von Redaktion

Sexuelle Übergriffe: Parteichefs über Beschwerdeverfahren einig

London – Im Skandal um sexuelle Übergriffe hat die britische Premierministerin Theresa May zu einer „neuen Kultur des Respekts“ aufgerufen. Jeder sollte in einer sicheren Umgebung arbeiten, sagte May gestern bei der Jahrestagung des Britischen Industrieverbandes (CBI) in London. Beschwerden müssten vorgebracht werden können, ohne Nachteile zu befürchten. Karrieren dürften jedoch nicht durch unbegründete, online verbreitete Gerüchte zerstört werden.

Am Abend beriet May mit den Vorsitzenden der anderen Parteien über Konsequenzen aus dem Skandal. Sie einigten sich dabei auf ein gemeinsames Beschwerdeverfahren für Opfer sexueller Übergriffe. Nach Angaben Mays sollten Opfer neben telefonischer Beratung in Zukunft auch die Möglichkeit bekommen, direkt mit einem Ansprechpartner in Kontakt zu treten. Weitere Details zu den geplanten Maßnahmen wurden zunächst nicht bekannt.

Zuletzt waren fast täglich neue Beschuldigungen gegen Politiker aufgetaucht. Sie betreffen nicht nur die Konservativen, sondern auch die oppositionelle Labour-Partei und die Schottische Nationalpartei (SNP). Das Spektrum der Vorwürfe reicht von anzüglichen Nachrichten bis hin zu Vergewaltigung.

Nach Belästigungsvorwürfen trat der Parlamentarier Christopher Pincher von seinem Amt als Whip (Einpeitscher) bei den Konservativen zurück. Der frühere Olympia-Ruderer Alex Story hatte seinem Parteikollegen vorgeworfen, 2001 von ihm sexuell bedrängt worden zu sein. „Was auch immer geschah oder nicht geschah oder gesagt wurde, war offensichtlich viele Jahre, bevor ich Parlamentarier wurde“, sagte Pincher, der sich nach eigenen Worten nicht an das Treffen mit Story erinnern kann. Er werde die Vorwürfe von der Polizei prüfen lassen. Die Whips sorgen für Fraktionsdisziplin bei wichtigen Abstimmungen.

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