Brüssel/Madrid – Kataloniens abgesetzter Regionalpräsident Carles Puigdemont bleibt in Belgien vorerst auf freiem Fuß. Ein belgischer Ermittlungsrichter entließ den von Spanien mit europäischem Haftbefehl gesuchten Puigdemont sowie vier seiner Ex-Minister unter Auflagen aus der Untersuchungshaft. Puigdemont kritisierte die Inhaftierung in Madrid von Mitgliedern seiner ehemaligen Regierung scharf und kündigte an, „bis zum Ende“ zu kämpfen.
„Frei ohne Kaution“, kommentierte der abgesetzte Regionalpräsident seine Freilassung im Kurzbotschaftendienst Twitter. Seine Gedanken seien bei den Kollegen, die „ungerechterweise von einem Staat inhaftiert wurden, der weit entfernt von der demokratischen Praxis ist“. Ein Gericht in Madrid hatte vergangene Woche acht Mitglieder von Puigdemonts abgesetzter Regierung in Untersuchungshaft genommen, darunter seinen Stellvertreter Oriol Junqueras. Puigdemont und vier seiner Minister hatten sich dagegen nach Belgien abgesetzt.
Am Freitag hatte Spanien eurpäische Haftbefehle gegen Puigdemont und seine Ex-Minister erlassen. Die fünf Politiker hatten sich schließlich am Sonntagmorgen der belgischen Polizei gestellt und waren vorläufig festgenommen worden. Nach einer Vernehmung entschied der Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft, die fünf Katalanen unter Auflagen aus der Haft zu entlassen.
Puigdemont und seine vier Mitstreiter dürfen Belgien aber nicht ohne Einverständnis der Richters verlassen. Für den 17. November wurden sie zu einer Anhörung vor einem Brüsseler Gericht vorgeladen.
In einem Beitrag für den britischen „Guardian“ kündigte Puigdemont an, die Katalanen würden ihre Rechte „bis zum Ende verteidigen“. Bei der Wahl am 21. Dezember in Katalonien will er demnach wieder antreten.