Kriegs-Rhetorik am Golf

von Redaktion

Saudi-Arabiens Kronprinz wirft Irans Führung direkte Aggression vor

Riad/Teheran – Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz hat den Ton gegenüber dem Iran deutlich verschärft und dem Erzfeind eine „direkte militärische Aggression“ vorgeworfen. Der Beschuss der saudi-arabischen Hauptstadt Riad durch proiranische Rebellen im Jemen könne als „kriegerischer Akt“ betrachtet werden, sagte Mohammed bin Salman gestern. US-Präsident Donald Trump stellte sich derweil demonstrativ hinter das harte Vorgehen des Thronfolgers gegen potenzielle Rivalen im Inland.

Saudi-Arabien und der Iran stehen im Konflikt im Jemen auf entgegengesetzten Seiten. Während Teheran die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt, die Jemens Hauptstadt Sanaa und große Teile des Landes kontrollieren, führt Riad seit März 2015 eine arabische Militärkoalition an, um Jemens Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi in dem Land zurück an die Macht zu bringen.

In einem neuen Schritt der Eskalation feuerten die Huthi-Rebellen eine ballistische Rakete auf Riads Flughafen ab. Zwar wurde die Rakete abgefangen und zerstört, doch warf Riad dem Iran vor, den Huthis Raketen zu liefern. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition drohte, sie behalte sich das „Recht“ vor, auf diesen Angriff zu antworten.

Saudi-Arabiens Kronprinz Salman äußerte sich in einem Telefonat mit dem britischen Außenminister Boris Johnson ähnlich. „Die Beteiligung des Iran an der Ausrüstung der Huthis mit Raketen ist eine direkte militärische Aggression des iranischen Regimes“, sagte Salman.

Human Rigths Watch verurteilte den Beschuss des überwiegend zivil genutzten Flughafens als „Kriegsverbrechen“. Zugleich betonte die Menschenrechtsorganisation mit Blick auf die von Riad verhängte Blockade gegen den Jemen, der Angriff rechtfertige nicht, dass Riad „die humanitäre Katastrophe im Jemen verschlimmert“, indem es die Hilfslieferungen behindere.

Teheran hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, hinter dem Raketenangriff zu stecken. Die schiitische Regionalmacht und das wahhabitische Königreich stehen nicht nur im Jemen, sondern auch im Irak, in Syrien und dem Libanon auf entgegengesetzten Seiten.

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