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Sex-Vorwürfe und eine bizarre Ausrede

von Redaktion

Washington – Leigh Corfman aus dem US-Bundesstaat Alabama erinnert sich noch genau. Im Jahr 1979, sie war 14 Jahre alt, habe sie der damals 32-jährige Staatsanwalt Roy Moore in sein Haus gebracht und im Intimbereich berührt, sagte sie der „Washington Post“. Drei weitere Frauen erheben ähnliche Vorwürfe. Das Ganze wäre in den USA wohl kaum Schlagzeilen wert, wäre Moore heute ein Unbekannter. Doch der 70-Jährige kandidiert für den US-Senat auf dem Kapitol, wo die Republikaner mit 52 von 100 Sitzen eine knappe Mehrheit halten. Der Partei bereitet das heftige Kopfschmerzen – bis hin zu Präsident Donald Trump, der nun wie führende Republikaner fordert: Wenn die Vorwürfe wahr seien, müsse Moore seine Bewerbung zurückziehen.

Moore wehrt sich gegen einen Rückzug, bewertet die Vorwürfe als „Müll“ und „fake news“ der von Demokraten gesteuerten liberalen Medien. Die wohl spektakulärste Unterstützung kommt von Finanzpolitiker Jim Zeigler, der Moore mit einem Hinweis auf die Bibel verteidigte: Maria sei ein Teenager und Josef ein Erwachsener gewesen. Und beide seien die Eltern von Jesus. „Es ist nichts Unmoralisches oder Illegales hier“, glaubt Ziegler, „es ist eben nur ein wenig ungewöhnlich.“ Friedemann Diederichs

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