5 Fragen aN
Am Samstag treffen sich die Freien Wähler zum Bundesparteitag. Hubert Aiwangers Wiederwahl als Vorsitzender gilt als sicher – auch wenn seine Partei in Bayern zuletzt mit Personalquerelen auffiel. „Ich habe breiten Rückhalt bei allen Ländern“, sagt der Mann, der die Partei auch in Bayern als Landes- und Fraktionschef anführt.
Herr Aiwanger, ein Prozent bei der Bundestagswahl bedeutet: eine halbe Million Euro erstattete Wahlkampfkosten. Was passiert mit dem Geld?
Die Präsenz bei der Bundestagswahl – manche Plakate hängen ja bis heute – hat uns gut getan. Nun wollen wir die Parteistrukturen in den Bundesländern verbessern. In Thüringen etwa rechnen wir uns 2019 durchaus Chancen aus.
Davor kommt nächstes Jahr die Wahl in Bayern. Mit welchen Themen wollen Sie punkten?
Nehmen Sie die Überschrift „Bürger ernst nehmen“. Viele fühlen sich nicht mehr ernst genommen, auch in Gebieten mit gutem AfD-Ergebnis. Neulich hatte ich eine Besuchergruppe aus dem Bayerischen Wald. Die sagen: AfD-Wähler sind keine Rechtsradikalen, sondern Leute, die sich abgehängt fühlen.
Das ist die Überschrift. Und die Inhalte?
Das Thema Bildung, etwa die gleiche Bezahlung von Grund- und Mittelschullehrern. Kostenfreie Kinderbetreuung. Hebammen. Flüchtlinge. Letzteres ohne Schaum vor dem Mund – aber mit dem Anspruch, Fehlentwicklungen anzusprechen. Dazu kommt natürlich die Stärkung des ländlichen Raums. Oder nehmen Sie die Regelung, dass manche Hauseigentümer beim Straßenausbau mitzahlen müssen. Das lehnen wir ab – da ist uns ein „Schuss ins Schwarze“ gelungen.
Sie spielen auf die CSU an. Hängt im kommenden Jahr an den Laternen das Foto von Herrn Seehofer oder von Herrn Söder?
Ob Seehofer mit einem Ministeramt in Berlin die Flucht nach vorne antritt, weiß ich nicht. Aber ich glaube nicht, dass er erneut in Bayern kandidiert. Deshalb: eher Söder.
Und in einem Jahr schüttelt der Ministerpräsident Söder seinem Vize Aiwanger die Hand?
(lacht) Alles nicht ausgeschlossen. Aber dazu müssen wir erst ordentliche Politik machen und die Stimmen holen. Es täte Bayern gut, wenn die absolute Mehrheit der CSU endet – und am Ende eine bürgerliche Koalition regiert. Jamaika in Bayern will ich nicht.
Interview: Maximilian Heim