Kampfkandidatur bei Beamten

von Redaktion

Zwei Interessenten für Chef-Position – Ein Bayer will ins Präsidium

München/Berlin – Beim Hüter des Berufsbeamtentums steht eine Wachablösung bevor: Am Montag wählt der Deutsche Beamtenbund in Berlin einen neuen Vorsitzenden – wahrscheinlich in einer Kampfabstimmung. Für den Posten des bisherigen, mit einem Ministergehalt dotierten Cheflobbyisten Klaus Dauderstädt, der nicht mehr antritt, gibt es zwei Interessenten. Leichter Favorit ist das CDU-Mitglied Ulrich Silberbach (55), der die in der Gewerkschaft „Komba“ zusammengeschlossenen kommunalen Beamten und Angestellten vertritt. Gegen ihn kandidiert der Bundespolizist Ernst G. Walter (58), ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen.

Auch ein Bayer möchte ins Präsidium: Jürgen Böhm (52), der in Personalunion den Deutschen und Bayerischen Realschullehrerverband führt, kandidiert für eine Stellvertreterposition. Sicher ist seine Wahl nicht – es gibt mindestens sieben Kandidaten für die fünf Posten, die mit einer nicht unerheblichen Aufwandsentschädigung samt Berliner Dienstwohnung verbunden sind. Er werbe unter anderem für die Stärkung mittlerer Bildungsabschlüsse, sagte Böhm. Das sei auch für die Nachwuchsgewinnung bei den Beamten wichtig. Böhm ist auch Rektor der Realschule im niederbayerischen Anstorf, zu einem Drittel seiner Arbeitszeit jedoch vom Verband „freigekauft“.

Neu aufgestellt wird auch die Führung des Deutschen Philologenverbands. Ihn führte bisher der Deggendorfer Gymnasialdirektor Heinz-Peter Meidinger (63), der jetzt Chef des kleineren Deutschen Lehrerverbands geworden ist. Für Meidinger soll die Marburger Pädagogik-Professorin Susanne Lin-Klitzing die Verbandsführung übernehmen. Im Unterschied zu Meidinger will sie den Verband künftig hauptberuflich führen, was umstritten ist. Als einer der Stellvertreter kandidiert Stefan Düll, Direktor des Gymnasiums im schwäbischen Neusäß. Die Wahl ist am 30. November. dirk walter

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