Tesla stellt Elektro-Sattelschlepper vor

Musks Muskelspiele

von Redaktion

Wo stünde es um die Elektromobilität, wenn es Elon Musk nicht gäbe? Der Tesla-Gründer hat gezeigt, dass Elektroautos attraktiv für anspruchsvolle Kunden sein können. Er hat gezeigt, dass der Hersteller selbst für ein Ladenetz sorgen muss – weil andere es nicht – oder nicht ausreichend tun. Und ohne sein Wirken hätten sich die meisten Autokonzerne weiter auf Erfolgen von vorgestern ausgeruht und abgewartet, was die Zukunft so bringt.

Allerdings werden auch Musks Grenzen offensichtlich. Sein erster Ausflug in die Massenproduktion ist bislang ein Desaster. Und sollten einmal nicht tausende, sondern Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs sein, werden auch die Schlangen an Teslas – heute meist leeren – Ladestationen unerträglich lang werden. Es gibt auch in der Industrie Dinge, die der ambitionierte Aufsteiger erst lernen muss, die erfahrenen Spieler aber beherrschen.

Musk hat nun einen Lkw präsentiert, der in einer halben Stunde Strom für mehrere 100 Kilometer Fahrt aufnehmen soll. Großartig. Wer nach Musks Muskelspielen aber überschlägt, welche Infrastruktur nötig ist, um fünf dieser Zugmaschinen gleichzeitig an einem Ort zu laden, kommt ins Grübeln. Auch bei der Frage, wieviel Frachtkapazität übrig bleibt, wenn die Batterien im Elektro-Brummi einmal verstaut sind, tut sich ein tiefer Graben zwischen Ankündigung und Umsetzbarkeit auf. Die Infrastruktur für flächendeckende Elektromobilität wird heute von den meisten Akteuren maßlos unterschätzt. Ob elektrischer Straßen-Fernlastverkehr jemals möglich wird, steht in den Sternen.

Martin Prem

Sie erreichen den Autor unter

Martin.Prem@ovb.net

Artikel 1 von 11