Berlin – Politiker der AfD haben das Scheitern der Jamaika-Sondierungen begrüßt. „Wir finden es gut, dass Jamaika nicht kommt, denn das wäre eine Koalition des Weiter-so gewesen“, sagte der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, am Montag in Berlin. Für ihn stehe jetzt fest, dass Kanzlerin Angela Merkel nicht die nächste Regierungschefin sein könne. „Merkel ist gescheitert.“ Fraktionsvize Peter Felser sagte: „Wenn eine CDU-Vorsitzende und bisherige Regierungschefin wochenlang keine Koalition zustande bringt, dann kann sie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“
Die Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion, Alice Weidel, bezeichnete die Jamaika-Gespräche als „wochenlange Wählertäuschung“. Sollte es zu Neuwahlen kommen, hofft Martin Hebner auf einen positiven Effekt für die AfD. Hebner hatte den AfD-Wahlkampf der Bundestagswahl organisiert. „Das Scheitern von Jamaika ist ein Glücksfall für unser Land“, sagt er. „Viele Leute sind enttäuscht, auch darüber, was bei den Jamaika-Sondierungen passiert ist.“ Für die AfD erwartet Hebner bei Neuwahlen ein „deutlich besseres Wahlergebnis“ und hält in Bayern knapp 17 Prozent für möglich.
Eine Minderheitsregierung werde von der AfD nicht toleriert. Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg kann sich das schon eher vorstellen: Es müsste aber eine Regierung aus Union und FDP, ohne Merkel, sein. ser/dpa