Zur deutschen Regierungskrise

von Redaktion

Tages-Anzeiger, Zürich

Pressestimmen

„Deutschland ist die wichtigste Macht in der Mitte Europas, deswegen betrifft die Unsicherheit nun auch nicht Deutschland allein. Solange in Berlin niemand regiert und nicht klar ist, welche Zukunft Merkel noch hat, geht die Hauptrolle an Emmanuel Macron über, den jungen französischen Präsidenten.“

„Wenn sie (Angela Merkel) in gewohnter Manier die Nerven bewahrt, kann sie die große Nutznießerin des Jamaika-Desasters sein. Die Deutschen haben eine tiefe Sehnsucht nach Stabilität. Gut möglich, dass sie bei Neuwahlen vermehrt für die Kanzlerin stimmen würden, damit nur ja klare Verhältnisse entstehen.“

„Es wurde weithin angenommen, dass sie als Chefin der größten Partei, der Christdemokraten, dennoch in der Lage sein würde, eine stabile Koalitionsregierung zustandezubringen. Stattdessen ist sie nun mit der schwersten politischen Krise ihrer zwölfjährigen Herrschaft konfrontiert. Ihre Tage sind gezählt. Eine schlechte Nachricht für Europa.“

„Deutschlands Politik war in Europa oft umstritten, aber Merkels Rolle als Problemlöserin – etwa mit der Türkei in Sachen Immigration oder bei der Verhängung von Sanktionen gegen Russland (…) – war immer wieder von entscheidender Bedeutung. Das Versagen in Berlin könnte der Anfang sehr schwieriger Zeiten gewesen sein.“

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