Der zweite Diesel-Gipfel

Gespensterdebatte

von Redaktion

Wieder ein Diesel-Gipfel. Wieder keine Lösung: ein bisschen Elektromobilität, viel mehr Nahverkehr – um die Stadtluft zu reinigen, die unbestreitbar so gesund ist wie seit Menschengedenken nicht mehr. Eine Gespensterdebatte. Die 40 Mikrogramm Stickoxid, die die deutsche Diskussion bestimmen, sind zum EU-Grenzwert geworden, weil wohl alle Verantwortlichen das entscheidende Kleingedruckte in den zugrunde liegenden Untersuchungen ignoriert haben. Und keiner ist bereit, den Unfug zu korrigieren.

Eine schlichte Wahrheit ist: Keiner der angeblich maßlos überhöhten deutschen Messwerte für Stickoxide ist – beispielsweise nach den rigiden Maßstäben der US-Umweltbehörde EPA – gesundheitsgefährdend. Auch nicht für Kinder oder gebrechliche Menschen.

Wer’s nicht glaubt, soll bei der EPA nachlesen oder einfach in den Straßen von Dublin, Neapel oder Sevilla tief durchatmen. Wer das tut, stellt sich sicher die Frage, warum dort keiner von Fahrverboten spricht. Oder er kommt ins Grübeln, warum gegen Deutschland ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen der Stickoxidwerte läuft – und nicht gegen Irland, Italien und Spanien. Weil dort niemand so gründlich misst. Die deutsche Diskussion wird von Halbwissen bestimmt. Leider plappern zu viele in Justiz, Behörden, Politik, Wissenschaft und Medien Thesen nach, die viel stärker mit Sachverstand hinterfragt werden müssen.

Martin Prem

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