Insektensterben

Späte Einsicht

von Redaktion

Die größte Gaudi ist es nicht gerade, Oppositionspolitiker in Bayern zu sein. Mühsam wird diskutiert, in Ausschüssen geackert und an Gesetzentwürfen gefeilt – und am Ende wischt die CSU mit ihrer absoluten Mehrheit doch wieder alles vom Tisch.

Dass sich die Fleißarbeit trotzdem lohnen kann, lässt sich derzeit gut beobachten. Denn während Bayerns schwarze Volkspartei in personellen Grabenkämpfen versinkt, passiert in sachpolitischen Fragen durchaus Erstaunliches. Bei den ungeliebten „Strabs“-Beiträgen deutet sich nach einer Kampagne der Freien Wähler ein Umdenken an. Seit die Grünen zum Volksbegehren gegen Flächenfraß mobilmachen, wollen sich plötzlich auch Teile der CSU dagegen einsetzen. Und das jüngste Beispiel: Die CSU-Fraktion will jetzt auch über Maßnahmen gegen das Insektensterben beraten. Es ist wie so oft: Ist der öffentliche Aufschrei laut genug, zieht auch die CSU nach.

Doch gerade beim Artenschutz kommt die Einsicht reichlich spät. Denn schon jetzt sind viele Insektenarten in Bayern längst Geschichte. Den Regensburger Gelbling oder das kleine Ochsenauge werden Bayerns künftige Kinder jedenfalls nur noch im Schulbuch beobachten können.

Dominik Göttler

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