Paris/Jerusalem – Die US-Botschaft in Israel wird nach Einschätzung von US-Außenminister Rex Tillerson wohl nicht vor 2019 von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen. Es seien Genehmigungen nötig und das Gebäude der diplomatischen Vertretung müsse erst gebaut werden. „Das wird nicht in diesem Jahr passieren, vermutlich auch nicht im nächsten Jahr“, sagte Tillerson am Freitag in Paris nach einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel anerkannt und damit international für Widerspruch und Protest gesorgt. Auch Frankreich kritisierte den Beschluss. Der Herr des Weißen Hauses wies das Außenministerium in Washington an, mit dem Prozess zur Verlegung der Botschaft zu beginnen.
Nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt will Israel nach Medienberichten jetzt den Bau von Siedlerwohnungen in Jerusalem vorantreiben. 14 000 neue Wohnungen sollen entstehen, davon 6000 in Ost-Jerusalem, berichtete die Zeitung „Maariv“.
„Nach der historischen Erklärung von Präsident Trump beabsichtige ich, den Ausbau in Jerusalem voranzubringen und zu stärken“, zitierte die „Times of Israel“ Bauminister Joav Galant. Dies wäre der erste große Entwicklungsplan in Ost-Jerusalem in den vergangenen 20 Jahren.
Unterdessen bereiten sich auch die deutschen Sicherheitsbehörden auf mögliche Proteste gegen Israel vor. Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, die Behörden in Bund und Ländern verfolgten die Lage aufmerksam.