Lieber ein kleiner König als ein großer Knecht – der Deggendorfer CSU-Landrat Christian Bernreiter, der als Verbandschef die bayerischen Landräte führt und in der Flüchtlingsdiskussion der Bundeskanzlerin die Stirn bot, will lieber König sein und hat alle Spekulationen um einen Wechsel nach München quasi vorsorglich beendet. Vor Mitarbeitern im heimischen Landratsamt versicherte er jetzt, er wolle Landrat bleiben – bis zur Pensionierung im Jahr 2032 (!). Bei so viel öffentlich beschworener Standorttreue wird Bernreiter kaum den Schulz machen und 2018 doch noch den Rufen nach staatspolitischer Verantwortung nachgeben können. Für ein Ministeramt steht er nicht zur Verfügung. Aus, Äpfel, Amen, wie man so sagt.
Man könnte sagen: Bernreiter macht den Maly – so wie der populäre Nürnberger OB keine Lust hat, sich mit der darbenden Landespartei SPD herumzuschlagen, so wenig zieht es den Niederbayern in die Niederungen bayerischer Landespolitik unter einem nur schwer kalkulierbaren Chef Markus Söder. Dabei hätte Bernreiter die Leitung eines großen Ministeriums gewiss im Kreuz gehabt – zum Beispiel des Heimat- und Finanzministeriums. Für Bayern, mit politischen Talenten auch nicht üppig gesegnet, ist Bernreiters Absage leider keine gute Nachricht.
Dirk Walter
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