„Wir verlieren den Kampf“

von Redaktion

Macron mahnt bei Klimagipfel – Umweltminister fordern CO2-Steuer

Paris – Zahlreiche Staaten und Unternehmen haben gestern beim Pariser Klimagipfel mehr Engagement für den Klimaschutz zugesagt. Damit setzte das Spitzentreffen mit gut 50 Staats- und Regierungschefs ein Zeichen, den Kampf gegen dem Klimawandel von der ablehnenden Haltung von US-Präsident Donald Trump nicht schwächen zu lassen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief die Welt auf, sich mehr anzustrengen: „Wir sind dabei, die Schlacht zu verlieren“, warnte er.

Macron wollte mit dem „One Planet Summit“ die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranbringen, das zwei Jahre zuvor beschlossen worden war. Die Welt hatte sich damals verpflichtet, den Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Derzeit steuert man eher auf drei Grad zu. Macron sagte: „Wir sind nicht schnell genug.“ Anders als bei klassischen UN-Klimaverhandlungen standen Unternehmen und Investoren im Fokus, die stärker auf den Klimaschutz achten sollen.

„Es geht um alle Investitionen weltweit, die in klimafreundliche Bahnen gelenkt werden müssen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Kanzlerin Angela Merkel (CDU) blieb dem Gipfel fern; genau wie US-Präsident Trump, der abgekündigt hatte, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen.

Dafür wurde es an einigen Stellen tatsächlich konkret: Die Weltbank kündigte an, nach 2019 die Erschließung und Förderung von Öl und Gas nicht mehr zu finanzieren. Die Politik der internationalen Entwicklungsbank werde sich dramatisch ändern, versprach Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Der Versicherungskonzern Axa will keine Neubauten von Kohlekraftwerken mehr versichern und bis 2020 zwölf Milliarden Euro in „grüne Investitionsprojekte“ stecken.

Zudem wuchs das bei der UN-Weltklimakonferenz in Bonn ins Leben gerufene Bündnis für den Kohleausstieg weiter. Rund 30 Länder und Regionen hätten sich der Allianz seit der Gründung im November angeschlossen, teilte die britische Regierung mit. Deutschland ist nicht dabei. „Wir haben noch keine Gewissheit, was die künftige Bundesregierung angeht“, sagte Hendricks. „Darum können wir hier nicht vorgreifen und dieser Allianz beitreten.“

Berlin will nun insbesondere den Finanzsektor und Unternehmen mit ihren Investitionen an Bord holen. „Das sind Billionen, nicht Milliarden“, sagte Hendricks. Mit ihren Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden sprach sie sich dafür aus, den CO2-Ausstoß mithilfe eines „wirksamen“ Preises pro ausgestoßener Tonne des Treibhausgases zu senken.

Zahlreiche prominente US-Amerikaner zeigten sich bei dem Treffen überzeugt, dass die USA trotz Trump auf Klimaschutzkurs bleiben. „Donald Trump hat die USA nicht aus dem dem Pariser Abkommen gekegelt“, sagte Arnold Schwarzenegger „Donald Trump hat Donald Trump aus dem Pariser Abkommen gekegelt.“

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