Seoul/Pjöngjang – Nordkorea hat die verschärften Sanktionen des UN-Sicherheitsrats als „kriegerische Handlung“ bezeichnet. Die neuen Strafmaßnahmen kämen einer „kompletten wirtschaftlichen Blockade der Volksrepublik“ gleich, hieß es am Sonntag in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Es bekräftigte, dass Nordkorea von seinem Atomprogramm nicht abrücken werde. Das Land werde seine „nukleare Abschreckung zur Selbstverteidigung“ weiter verstärken, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert. Staatschef Kim Jong Un rief die Nordkoreaner auf, Schwierigkeiten und Torturen zu überwinden.
Das Vereinigungsministerium im Nachbarland Südkorea schloss unterdessen nicht aus, dass Nordkorea im nächsten Jahr im Streben nach Anerkennung als „Atommacht“ auch die Möglichkeit eines Dialogs mit den USA ausloten könne. Washington will Nordkorea prinzipiell nicht als Atommacht anerkennen.
Wie die Agentur Reuters berichtet, bot Regierungssprecher Dmitry Peskow an, Russland könne zwischen den USA und Nordkorea vermitteln, wenn beide dies wollten. Russlands Außenminister Sergej Lawrow appellierte zudem in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson, die USA dürften den Konflikt nicht durch „aggressive Rhetorik“ oder Kriegsvorbereitungen anheizen.
Der UN-Sicherheitsrat hatte am Freitag einstimmig weitere Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen.