Berlin – Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat in diesem Jahr seime Ziele beim Angebot von Integrationskursen für Migranten verfehlt. Die Wartezeit für den Antritt eines solchen Kurses sei im Laufe des Jahres bis Ende November auf 12,5 Wochen angestiegen, teilte die Behörde auf Anfrage der „Welt am Sonntag“ mit. Damit liegt das BAMF weit hinter seinem selbst gesteckten Ziel von sechs Wochen Wartezeit. Im Januar hatte die durchschnittliche Wartezeit bei 10,9 Wochen gelegen.
Insgesamt sinken die Flüchtlingszahlen unterdessen. Immer weniger kommen über Österreich, Tschechien und die Schweiz nach Deutschland. Nach Angaben der Bundespolizei ist die Zahl der eingereisten Flüchtlinge in diesem Jahr deutlich zurückgegangen: Bis einschließlich November seien an der Grenze zu Bayern und Baden-Württemberg 19 600 Migranten gezählt worden, sagte ein Sprecher. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa 74 000 unerlaubte Einreisen. An der Grenze zu Bayern registrierte die Bundespolizei 410 Fälle von Schleusung, 2016 waren es 665.
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dringt auf eine verbindliche Altersfeststellung minderjähriger Flüchtlinge. Sie plädiert zudem für einen wesentlich härteren Umgang mit Asylbewerbern, die Behörden über ihre Identität offensichtlich täuschen. „Jemand, der seine Identität verschleiert oder Papiere vernichtet hat, muss mit harten Konsequenzen rechnen“, sagte sie der „Welt“.