London – In seinem ersten Interview seit seinem Amts-ende hat der frühere US-Präsident Barack Obama vor einer Spaltung der Gesellschaft durch die sozialen Netzwerke gewarnt. „Eine der Gefahren des Internets ist, dass die Menschen vollkommen unterschiedliche Realitäten haben“, sagte Obama in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview, das der britische Prinz Harry für den Sender BBC Radio 4 mit dem Ex-Präsidenten führte.
Einige Menschen seien „in einem Kokon aus Informationen, die ihre bestehenden Vorurteile verstärken“, sagte Obama mit Blick auf Tendenzen, nur Internetseiten zu konsultieren, die das eigene Weltbild bestätigen. „Die Dinge sind nicht so einfach, wie sie in irgendeinem Chatroom, den man besucht hat, dargestellt werden.“ Seinen Nachfolger Donald Trump erwähnte der US-Demokrat in dem Interview nicht namentlich. Durch Trumps polarisierende Art und seine wiederholten, über Twitter erhobenen „Fake News“-Vorwürfe hat sich der Ton in den USA deutlich verschärft.
Prinz Harry ließ Obama auch schildern, wie er sich vor knapp einem Jahr fühlte. Er habe das Weiße Haus mit „heiterer Gelassenheit“ verlassen, sagte der 56-jährige Ex-Präsident. „Es gab das Gefühl, dass wir ein gutes Rennen gelaufen sind.“ Nun genieße er die Freiheit. „Ich wache später auf, es ist wunderbar, seinen Tag kontrollieren zu können“, sagte Obama.
Barack Obama und seine Frau Michelle verbindet eine herzliche Beziehung zu dem 33-jährigen britischen Prinzen. Als Harry Ende November seine Verlobung mit der US-Schauspielerin Meghan Markle bekannt gab, gehörten die Obamas zu den ersten Gratulanten. afp