Kassenbeiträge

Verdeckte Probleme

von Redaktion

Im Herbst gab es für die mehr als 50 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherungen Grund zur Freude. Der zuständige Schätzerkreis verkündete eine Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags. Doch nun zeigt sich, viele Beitragszahler haben wenig davon. Die AOK Bayern, die Barmer, die DAK – sie alle behalten ihren Beitragssatz bei, statt ihre Mitglieder zu entlasten. Drücken sich die Kassen etwa um anstehende Beitragssenkungen? So einfach ist es nicht.

Die Kassen bestimmen ihre Zusatzbeiträge nach eigenem Ermessen. Und sie rechnen – vor allem aufgrund teurer Reformen – mit höheren Ausgaben als das Gesundheitsministerium. Um fast zwei Milliarden Euro liegen die Schätzungen auseinander. Auf der Einnahmenseite macht sich – neben anderem – die gewachsene Zahl von Teilzeit- und Niedriglohn-Jobs seit Jahren bemerkbar. Wer weniger verdient, zahlt auch weniger ein, verursacht aber nicht weniger Gesundheits-Kosten.

Schon als die Krankenkassen 2015 Defizite einfuhren, prognostizierten sie einen Beitragsanstieg auf bis zu 16,4 Prozent bis 2019. Es kam anders, weil die Konjunktur seither weit mehr Geld einspült als angenommen. Doch das verdeckt Probleme. Ändert sich die wirtschaftliche Lage eines Tages, könnten sich die Versicherten schnell in Zeiten stabiler Beiträge zurückwünschen.

Sebastian Horsch

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