Lkw-Streit Bayern-Tirol

Verfahrene Situation

von Redaktion

Bayern und Tirol – das ist eine schwierige Geschichte, wie man seit dem Bauernaufstand um Andreas Hofer gegen die bayerischen Besatzer weiß. Lang vorbei, dieses Gefecht! Jetzt tobt ein anderes: das um die Lkw-Kolonnen auf den Autobahnen. Die Fronten sind verhärtet, und doch kennt der Streit zumindest einen moralischen Sieger. Und der ist diesmal leider nicht Bayern.

Es ist zwar verständlich, dass der bayerische Innenminister gegen die Lkw-Blockabfertigung protestiert. Diese produziert jedes Mal lange Staus auf der Salzburger A 8 und der Inntalautobahn. Doch man kann die Zwangsmaßnahme der Österreicher auch irgendwie nachvollziehen. Verständlicherweise stinkt es ihnen, dass sich Lkw-Transitkolonnen – 2017 weit über drei Millionen – durch das Inntal hoch zum Brenner wälzen. Hier zeigt sich das Versagen der Verkehrspolitik.

Ohne höhere Lkw-Mautsätze und mehr Lkw-Verladestationen der Bahn wird sich nichts ändern. Der Vorschlag des Tiroler Regierungschefs, eine einheitliche (hohe) Lkw-Korridormaut von Verona bis München einzuführen, dürfte indes zum Scheitern verurteilt sein – dafür ist die Mautsystematik in Deutschland, Österreich und Italien doch zu unterschiedlich. Es ist fraglich, ob schon der Münchner „Brenner-Gipfel“ Anfang Januar den Ausweg aus der verfahrenen Situation weisen wird.

Dirk Walter

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